Marderabwehr und Marderschutz vom Auto

Wie erkennt man einen Marderschaden?

Fehlerkontrolllampen des Fahrzeugs können leuchten, ein Leistungsabfall des Fahrzeugs kann eintreten. Der Motor kann stotternd laufen oder nicht starten. Die Kühlmittelwarnleuchte oder die ABS-Kontrolleuchte kann leuchten.

Bei einer Untersuchung des Motorraums treten kleine, dreieckige Verbissspuren insbesondere an gut zugänglichen Schläuchen und Kabeln auf; diese können sehr klein und fast nur nadelgroß sein und sind daher nicht immer sofort zu erkennen. Weiterhin ist es möglich, dass die im Motorraum vorhandenen Isoliermatten zerfleddert und verrückt sind, wenn die Marder diese zum Bau eines Lagers verwendet haben. Außerdem können Tierhaare und Abdrücke der Tatzen der Marder vorhanden sein, sowie ein entsprechender Geruch, den die Tiere durch Sekrete und Fäkalien hinterlassen.

Marder im Auto
Marder im Auto

Früher waren Automodelle, so etwa der VW Käfer mit einer durchgehenden Bodenplatte aus Metall unter dem Motorraum versehen, die nicht nur effektiv gegen Schäden durch Steinschlag, sondern auch gegen Marder war. Bei den meisten neuen Modellen ist eine Abdeckung des Motorraums nach unten leider aus Kostengründen nicht mehr eingebaut.

Als Abwehrmaßnahmen sind folgende Mittel bekannt, wobei nicht alle gleich effektiv sind:

Ein Effektives Mittel ist, es, eine engmaschige Gitterdrahtrolle so auf den Motorblock zu legen, dass dieser Raum dem Marder versperrt wird; er kann so in diesen Bereich nicht eindringen. Zudem ist die auf diese Weise eingebrachte Gitterdrahtrolle, da sie nicht fest montiert wird, bei jeder Wartung oder Reparatur im Motorraum leicht und problemlos zu entfernen und danach wieder einzusetzen.

Als weniger effektiv sind generell Geräte zur Erzeugung von Ultraschall einzuschätzen. Leider gewöhnen sich die Marder recht schnell an diese Geräte und pflegen dann, sie zu ignorieren, auch wenn sie zuerst eine Wirkung gehabt haben.

Dasselbe Problem der Gewöhnung besteht leider in Hinsicht auf verschiedene Vergrämungssprays, die im Fachhandel erhältlich sind.

Auch andere Geruchsquellen, wie etwa WC-Steine, Mottenkugeln, Duftsäckchen, Säckchen mit den Haaren eines Berner Sennenhundes oder Jagdhundes und das Ausbringen von Knoblauchknollen im Motorraum und bestreichen des Bodens unter dem Fahrzeug mit denselben ist üblicherweise nicht von dauerhaftem Erfolg gekennzeichnet, sondern, auch hier gewöhnen sich die Tiere schnell an den neuen Geruch.

Es gibt auch spezielle Abwehrpaste gegen Marder, die im Fachhandel und in Apotheken vertrieben wird.

Nützlich ist es auf jeden Fall, Restwärme des Motorraumes beim Parken zu vermeiden, gegebenenfalls sollte man beim Auto bleiben, bis der Motor ausgekühlt ist; zudem ist es zu empfehlen, nicht im Gebiet zwischen zwei Marderrevieren zu parken, falls diese bekannt sind. Generell kann gesagt werden, dass ein Parkplatz, an dem einmal ein Marderschaden eingetreten ist, besser zu vermeiden ist.

Gewisse Erfolge wurden mit dem Auslegen von Gitterdrahtrollen oder mit Draht bespannten Rahmen unter dem Motorraum erzielt, jedoch tritt auch hier nach einiger Zeit ein Gewöhnungseffekt der Marder ein.

Als weitere Maßnahmen ist die Verwendung von Hochspannungsleitenden Metallelementen im Motorraum zu nennen, die Erfolge erzielt. Diese Technik im Verbund mit Metallplatten oder Drähten ist dieselbe, die an Weidezäunen zur Anwendung kommt, und ist somit abschreckend, ohne jedoch die Tiere zu verletzen. Sie verstößt auch nicht gegen das Tierschutzgesetz.

Effektiv ist ferner die Sicherung von Kabeln und Schläuchen durch bissfeste Überzüge aus Polyurethan. Diese Überzüge sind zum Beispiel in Baumärkten für circa 5 Euro pro laufendem Meter zu erhalten.

Schließlich ist es noch möglich, den gesamten Motorraum nach unten durch ein enges Gitternetz anzudichten; dieses sollte jedoch von einer Fachwerkstatt vorgenommen werden, um die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges zu gewährleisten.

Einige Autohersteller haben zudem inzwischen auf die zahlenmäßig zunehmenden Marderschäden reagiert und bieten eigene Marderschutzvorrichtungen als Zubehör an. So bieten etwa Volkswagen eine solche Vorrichtung an, bei der die Punkte des Einstiegs des Marders in den Motorraum mechanisch versperrt werden. Im Bereich der vorderen Radkästen werden dabei zwei Vorhänge aus Bürsten montiert, weiterhin unter der Lenkstange und der Gelenkwelle, während ein durchlöchertes Blech ein Eindringen in den Bereich um die Abgasanlage verhindert. Der Einbau dieser Schutzvorrichtung gegen Marder dauert zwischen 30 und 45 Minuten und ist für den Golf V, den Jetta und die meisten Modell des Touran verfügbar. Die kosten bewegen sich für die Bürstenmodule bei 85 Euro und für die Blechaufsätze bei 25 Euro.